LinkedIn als Anlaufstelle für Autorität: Wie Sie sich als Experte positionieren

Wie Sie sich als Experte positionieren

LinkedIn reicht nicht. Aber es ist ein guter Anfang.

Viele Menschen haben ein LinkedIn-Profil. Die meisten machen damit wenig. Sie akzeptieren gelegentlich Kontaktanfragen, liken ab und zu einen Beitrag und wundern sich, warum sich daraus keine neuen Mandate oder Aufträge ergeben.

Das liegt nicht daran, dass LinkedIn nicht funktioniert. Es liegt daran, dass die meisten Profile keine klare Antwort auf eine einfache Frage geben: Was macht diese Person, und warum sollte ich ihr vertrauen?

Wer LinkedIn wirklich als Werkzeug nutzen möchte, um Vertrauen und Bekanntheit aufzubauen, muss diese Frage zuerst für sich selbst beantworten. Alles andere kommt danach.

Was Autorität auf LinkedIn überhaupt bedeutet

Autorität ist kein Titel. Sie steht nicht im Impressum. Sie entsteht durch Wiederholung: durch das, was Sie schreiben, wie Sie auf andere eingehen, und welche Fragen Sie öffentlich stellen oder beantworten.

Auf LinkedIn bedeutet das konkret: Wenn jemand auf Ihr Profil stößt, weil ein Bekannter Ihren Beitrag geteilt hat, sollte diese Person in 30 Sekunden verstehen, womit Sie sich beschäftigen. Nicht in drei Sätzen Marketingsprache. Sondern tatsächlich: Was machen Sie, für wen, und mit welchem Ergebnis.

Ein Anwalt, der auf LinkedIn schreibt, wie er seinen Mandanten bei einer Vertragsverhandlung geholfen hat, baut Vertrauen auf. Nicht weil er „Expertise demonstriert“. Sondern weil er zeigt, wie er denkt.

Warum die meisten Profile nicht funktionieren

Es gibt ein Muster, das sich bei LinkedIn-Profilen immer wieder zeigt. Der Headline lautet: „Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht | Partner bei XY.“ Das Profil endet beim letzten Arbeitsplatz, 2019.

Das ist kein Profil, das Vertrauen aufbaut. Es ist ein Lebenslauf, den niemand liest.

Das Problem ist nicht der Inhalt. Es ist die Perspektive. Ein Lebenslauf erklärt, was Sie gemacht haben. Aber potenzielle Klienten oder Kunden interessiert etwas anderes: Was können Sie für sie tun?

Diese Verschiebung ist keine Kleinigkeit. Sie verändert, wie Sie Ihre Überschrift schreiben, wie Sie die „Über mich“-Sektion formulieren, und was Sie als Beiträge teilen.

Ihr Profil: Die Grundlage, bevor Sie posten

Bevor Sie auch nur einen Beitrag veröffentlichen, sollte Ihr Profil als eigenständige Seite funktionieren.

Überschrift (Headline)

Schreiben Sie nicht Ihren Jobtitel hin. Schreiben Sie, was Sie für Menschen tun. Nicht: „Fachanwalt für IT-Recht.“ Sondern: „Ich helfe Softwareunternehmen, Verträge mit ihren Kunden rechtssicher zu gestalten.“

Das klingt auf den ersten Blick wie Marketing. Ist es aber nicht, wenn es stimmt. Es ist eine konkrete Aussage, die in 10 Sekunden klar macht, ob Sie für jemanden relevant sind.

„Über mich“-Sektion

Hier haben Sie mehr Platz. Nutzen Sie ihn nicht für Floskeln. Schreiben Sie, mit wem Sie arbeiten, was die typischen Probleme dieser Menschen sind, und wie Sie dabei vorgehen.

Keine Aufzählung von Soft Skills. Keine Adjektive wie „leidenschaftlich“ oder „erfahren“. Stattdessen: Fakten. Wie viele Jahre machen Sie das? Welche Art von Mandaten kennen Sie besonders gut? Was passiert, wenn jemand mit Ihnen arbeitet?

Profilfoto und Hintergrundbild

Ein gutes Foto ist kein Luxus. Es ist ein Vertrauenssignal. Es muss kein professionelles Shooting sein. Aber es sollte klar sein, wer Sie sind. Kein Urlaubsfoto. Kein Bild von 2012.

Das Hintergrundbild können Sie nutzen, um kurz zu zeigen, womit Sie sich beschäftigen. Ein Bild Ihrer Stadt, ein ruhiges Farbfeld, oder ein Bild, das zu Ihrem Fachgebiet passt.

Was Sie posten, und was Sie lieber lassen

LinkedIn belohnt Inhalte, die andere lesen wollen. Nicht weil die Plattform so gütig ist, sondern weil Engagement der Algorithmus ist.

Was tatsächlich funktioniert:

Einblicke aus der Praxis. Kein Fall, den Sie gewonnen haben. Aber eine Situation, die viele kennen, und wie Sie damit umgehen. Zum Beispiel: „Ich werde regelmäßig gefragt, ob es sinnvoll ist, eine Abmahnung einfach zu ignorieren. Die ehrliche Antwort ist…“ Das ist kein Selbstlob. Es ist nützlich.

Meinungen zu Branchenthemen. Nicht jede Gesetzesänderung ist ein Aufreger. Aber wenn Sie eine Einschätzung haben, die von der üblichen Meinung abweicht, schreiben Sie sie auf. Diskussionen unter Beiträgen sind eine der stärksten Signale auf LinkedIn.

Erklärungen für Menschen, die kein Fachpublikum sind. Wenn Sie Anwalt sind und für Ihre Mandanten schreiben, nicht für Kollegen, dann erklären Sie Dinge so, wie Sie sie einem Klienten erklären würden. Nicht vereinfachend, sondern zugänglich.

Was Sie lieber lassen:

Motivationssprüche. Zitate von Warren Buffett oder Albert Einstein. Beiträge, die mit „Ich bin stolz, ankündigen zu dürfen…“ beginnen. Und: Beiträge, die ausschließlich mit „Folgen Sie mir für mehr“ enden.

Das wirkt nicht wie Autorität. Es wirkt wie jemand, der Follower sammelt.

Konsistenz schlägt Quantität

Es gibt keinen magischen Rhythmus, wie oft Sie auf LinkedIn posten sollten. Aber es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen jemandem, der unregelmäßig postet, und jemandem, der verlässlich alle ein bis zwei Wochen einen durchdachten Beitrag teilt.

Verlässlichkeit signalisiert: Diese Person denkt regelmäßig über ihr Fachgebiet nach. Das baut über Monate mehr Vertrauen auf als 30 Posts in einer Woche, gefolgt von drei Monaten Stille.

Ein Beitrag alle zwei Wochen, der wirklich etwas sagt, ist besser als täglich etwas, nur damit der Algorithmus zufrieden ist.

Kommentare sind unterschätztes Kapital

Die meisten Menschen denken bei LinkedIn-Sichtbarkeit sofort an eigene Beiträge. Aber Kommentare unter den Beiträgen anderer funktionieren oft besser.

Wenn Sie einen Kommentar schreiben, der einen Gedanken weiterführt oder eine andere Perspektive einbringt, wird er von allen gesehen, die diesen Beitrag lesen. Das ist eine kostengünstige Art, wahrgenommen zu werden, ohne jeden Tag selbst zu posten.

Voraussetzung: Der Kommentar muss etwas beitragen. Nicht „Toller Beitrag, danke fürs Teilen.“ Sondern ein echter Gedanke.

Netzwerk aufbauen, ohne aufdringlich zu sein

LinkedIn ist kein Telefonbuch. Wer blind hunderte Kontaktanfragen verschickt, baut kein Netzwerk. Er sammelt Zahlen.

Sinnvoll ist: Kontakt aufzunehmen mit Menschen, mit denen Sie tatsächlich interagiert haben. Deren Beiträge Sie kommentiert haben. Die in einer Branche arbeiten, die für Sie relevant ist. Oder die ähnliche Themen beschäftigen.

Eine kurze persönliche Nachricht bei der Kontaktanfrage reicht. Kein Pitch, keine Dienstleistungsbeschreibung. Nur: warum Sie die Verbindung sinnvoll finden.

Mehr braucht es nicht. Der Rest ergibt sich, wenn Ihr Profil und Ihre Beiträge die Arbeit machen.

Was am Ende übrig bleibt

LinkedIn als Plattform für Autorität funktioniert nicht über Nacht. Es ist kein Kanal, den man einmal einrichtet und dann vergisst. Aber es ist auch keine Dauerbeschäftigung.

Wer regelmäßig sinnvolle Dinge schreibt, ein Profil hat, das erklärt, was er tut, und authentisch mit anderen interagiert, wird nach sechs bis zwölf Monaten merken, dass sich etwas verändert. Anfragen kommen von Menschen, die Sie kennen, bevor sie je mit Ihnen gesprochen haben. Das ist der Punkt, an dem Autorität anfängt, wirklich zu arbeiten.

Der erste Schritt ist meistens derselbe: das Profil ehrlich anschauen und fragen, ob ein Fremder in 30 Sekunden verstehen würde, warum er Sie kontaktieren sollte.

Wenn die Antwort nein ist, fangen Sie dort an.

Wenn Sie LinkedIn aktiv zur Mandantengewinnung nutzen möchten

Sichtbarkeit und Autorität sind ein guter Anfang. Aber irgendwann geht es darum, auch aktiv auf potenzielle Klienten zuzugehen, ohne dabei rechtlich auf unsicherem Terrain zu stehen.

Gerade in Deutschland gibt es klare Regeln, was auf LinkedIn erlaubt ist und was nicht. Kaltakquise ist ein heikles Thema, das viele falsch angehen, weil sie die Grenzen des UWG und der DSGVO nicht kennen.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, wie rechtskonforme LinkedIn-Kaltakquise in Deutschland aussieht: Was erlaubt ist, was nicht, und wie Sie LinkedIn professionell nutzen, ohne sich einem rechtlichen Risiko auszusetzen.

Zur Übersichtsseite: Rechtskonforme LinkedIn-Kaltakquise in Deutschland

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